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Jack Deveraux, Der Dämonenjäger - Fünfter Roman: Dunkle Flut

Roman

2015 48 Seiten

Leseprobe

Über dieses Buch:

Wasser ist die Quelle des Lebens – und des Todes … Was sind das für merkwürdige Pfützen, die Jack Deveraux und seine Assistentin Emma in ihren Wohnungen entdecken? Als Jack mitten auf der Straße beinahe in seinem Auto ertrinkt, wird klar: Sie müssen den Kampf mit einem Wesen aufnehmen, das weitaus gefährlicher ist als alles, gegen das sie je angetreten sind. Dieser Dämon kann das Wasser beherrschen. Er will Jacks Tod. Und es scheint nichts zu geben, was ihn aufhalten kann. Muss Emma von nun an allein gegen die dunklen Mächte bestehen?

Er ist jung. Er ist mutig. Und er ist auf der Jagd: Jack Deveraux – der Dämonenjäger. Begleiten Sie ihn und seine Assistentin Emma im Kampf gegen die Kreaturen der Finsternis!

Über die Autorin:

Xenia Jungwirth, geboren 1978 in Straubing, ist gelernte Mediendesignerin und war schon als Kind von Märchen und Mythen fasziniert. Während ihres Studiums der Kunstgeschichte entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Schreiben. Reale und fantastische Elemente bilden die perfekte Mischung für ihre Geschichten: Der Leser soll in eine Welt eintauchen, die ihm vertraut ist – und doch ganz anders. Xenia Jungwirth arbeitet als freie Autorin. Sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von München.

Die Reihe Jack Deveraux – Der Dämonenjäger umfasst folgende Einzelbände:

JACK DEVERAUX – DER DÄMONENJÄGER. Erster Roman: Pforte der Finsternis
JACK DEVERAUX – DER DÄMONENJÄGER. Zweiter Roman: Nachtalb
JACK DEVERAUX – DER DÄMONENJÄGER. Dritter Roman: Ravanas Herz
JACK DEVERAUX – DER DÄMONENJÄGER. Vierter Roman: Sirenengesang
JACK DEVERAUX – DER DÄMONENJÄGER. Fünfter Roman: Dunkle Flut
JACK DEVERAUX – DER DÄMONENJÄGER. Sechster Roman: Dämonendämmerung

Entdecken Sie spannende Abenteuer mit Jack Deveraux im Internet auf http://jackdeveraux.com/ und https://de-de.facebook.com/DerDaemonenjaeger

Bei dotbooks erschien bereits die sechsbändige Reihe Mystery Diaries.

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Originalausgabe Oktober 2015

Copyright © 2015 dotbooks GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Redaktion: Haus der Sprache, Halle/Saale

Titelbildgestaltung: Nele Schütz Design unter Verwendung von melis / shutterstock

E-Book-Herstellung: Open Publishing GmbH

ISBN 978-3-95824-324-8

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Xenia Jungwirth

JACK DEVERAUX
Der Dämonenjäger

Fünfter Roman: Dunkle Flut

dotbooks.

Kapitel 1

»Du könntest mir ruhig helfen, Jack!«

Emma warf mir vom oberen Ende der Leiter einen vorwurfsvollen Blick zu, und stellte ein dickes, in Leder gebundenes Buch ins oberste Fach des Regals.

»Das tue ich doch!«

»Die Melodie von Tetris zu summen und mir alle paar Minuten ein Buch raufzureichen, ist nicht helfen!«

Ich grinste. Zugegeben, ein bisschen mehr könnte ich ihr schon zur Hand gehen. Aber es war nicht meine Idee gewesen, jedes einzelne Regal im Buchladen erst auszuräumen, nur um dann sämtliche Bücher genau wieder da hinzustellen, wo sie vorher waren.

»Warum räumen wir hier eigentlich rum? So dreckig waren die Regale jetzt auch wieder nicht. Außerdem haben wir doch eine Putzfrau.«

Ich überlegte.

»Wir haben doch eine Putzfrau, oder?«

»Nein, Jack. Das mache ich. Jeden Tag nach Feierabend.«

»Echt?«

Bisher hatte ich meine Mitarbeiterin Emma Lancaster noch nie auch nur einen Krümel Staubwischen sehen. Außerdem verließen wir oft gemeinsam den Buchladen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie nochmal zurückkam um zu putzen.

Sie ließ das Buch sinken und sah mich an. Ihre Mundwinkel zuckten. »Zurzeit glaubst du mir aber auch alles, oder?«

Sie grinste.

»Hm.«

Ich ärgerte mich zwar, dass ich ihr schon wieder auf den Leim gegangen war, sagte aber nichts. Das ging jetzt seit einer Woche so. Emma nahm mich auf den Arm, kommandierte mich herum, und ich ließ es mir gefallen. Aber ich konnte nicht anders. Nach der Begegnung mit Selina hatte ich Emma gegenüber immer noch ein schlechtes Gewissen. Die Sirene hatte mich fast dazu gebracht, Emma zu töten. Und das schlimmste war: Selina hatte mich in diesem Augenblick dazu gebracht, Emmas Tod auch wirklich zu wollen. Die gute Miss Lancaster hatte anscheinend kein Problem mehr damit, dass ich sie um ein Haar umgebracht hätte. Ich dagegen konnte das nicht so einfach wegstecken. Fast jede Nacht träumte ich davon und wachte schweißgebadet auf. Allein die Vorstellung, was geschehen wäre, wenn Emmas Halskette den Utgard-Dolch nicht aufgehalten hätte! Ich schüttelte den Kopf.

Emma seufzte. »Was ist nur los mit dir, Jack? Du bist schon seit Tagen so komisch. Das geht so nicht weiter.« Sie stieg von der Leiter und sah mich an. »Ich will den alten Jack wiederhaben.«

»Welchen Jack meinst du denn? Den mit dem Dolch, der dir um ein Haar die Kehle durchgeschnitten hätte?«

Unwillkürlich fasste sich Emma an den Hals. Die kleine Wunde war inzwischen verheilt, und der Anhänger mit dem Altheia-Serum hing nun an einer neuen Kette. Dann sah sie mich ruhig an und lächelte. »Auch wenn ich es dir schon hundertmal gesagt hab, ich tue es gern noch einmal: Du kannst nichts dafür. Selina hatte Macht über dich, und du konntest dich nicht wehren. Jedem anderen wäre es ganz genau so ergangen. Ich bin dir nicht böse. Und ich war es auch nie. Außerdem«, kam sie mir zuvor als ich etwas entgegnen wollte, »hast du mir oft genug das Leben gerettet.«

»Aber –«

»Kein Aber! Und jetzt sag irgendwas Freches zu mir – ich halte das sonst nicht mehr aus!«

Ich seufzte. Emma hatte Recht. Ich musste endlich aufhören, mir über Dinge Gedanken zu machen, die ich nicht mehr ändern konnte. Was geschehen war, war geschehen, und zum Glück war Emma nichts passiert. Und dabei würde es bleiben, dafür würde ich schon Sorgen! Hmm. Etwas Freches … mal überlegen. Oh ja, der war gut. Ich grinste.

»Na los, spuck deinen Spruch schon aus, dann können wir hier endlich weitermachen.«

»Oh nein, Miss Lancaster. Den hebe ich mir für eine passende Gelegenheit auf. Und jetzt darfst du gerne weiter putzen.«

Ich drückte ihr eines der Bücher in die Hand und verzog mich in Richtung Büro.

Sie sah mir mit gespielter Empörung nach und grinste dann.

***

Eine halbe Stunde und den Sportteil der Zeitung später verließ ich mein Büro wieder. Emma hatte sich inzwischen gute fünf Meter weitergearbeitet, und ich hatte immer noch keine Ahnung was sie da eigentlich machte.

»Ich suche«, sagte sie, als ich sie danach fragte.

»Aha. Und was?«

»Waffen.«

»Waffen«, wiederholte ich.

»Ja. Mich wundert, dass du selbst noch nicht auf die Idee gekommen bist.«

»Naja, bis jetzt lief der Buchladen ganz gut, aber wenn du meinst, dass uns ein zweites Standbein weiterhelfen würde …«

Sie verdrehte die Augen und stieg von der Leiter. »Hast du dich denn noch nie gefragt, womit dein Vater Dämonen gejagt hat?«

»Mit dem Dolch?«

»Du meinst den Utgard-Dolch, der bis vor ein paar Wochen noch bei Pater Lucas versteckt war?«

»Okay, ich verstehe, worauf du hinaus willst.«

Mein Vater hatte jahrelang Jagd auf Dämonen und Schattenwesen gemacht. Viele davon konnte man mit gewöhnlichen Waffen nicht verletzen. Es war nur logisch, dass er eine spezielle Ausrüstung besessen und die Sachen irgendwo untergebracht haben musste.

»Dein Vater muss so etwas wie ein Waffenarsenal gehabt haben – einen Ort, an dem er Gegenstände lagerte, die ihm auf der Dämonenjagd nützlich waren. Im Büro ist nichts, da habe ich schon alles abgesucht.« Sie seufzte. »Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier auch nichts ist.«

»Die Enzyklopädie war hier.«

»Das war ja auch das beste Versteck.« Ihr Blick wanderte das Bücherregal entlang. »Ein Buch inmitten von tausend anderen Büchern … Aber ich glaube nicht, dass er seine restliche Ausrüstung einfach hinter irgendeiner Wand gelagert hat. Früher oder später hätte ich die Sachen gefunden.«

Daran zweifelte ich keinen Augenblick. Emma fand für gewöhnlich alles. Vor allem Fehler. Und am liebsten meine.

Sie überlegte. »Nein, so wie ich deinen Vater gekannt habe, hat er sich etwas Besonderes ausgedacht …«

Dann sah sie mich an. »Was ist mit deiner Wohnung?«

Nach dem Tod meines Vaters war ich in dessen Wohnung gezogen. Ich hatte seine Sachen in mehrere Kartons gepackt und sie in die hinterste Ecke des Kleiderschranks gestopft. Waffen oder irgendwelches Dämonenjäger-Zeug hatte ich nicht gesehen. »Ich glaube nicht, dass in seinen Sachen etwas Brauchbares ist. Zumindest hab ich nichts entdeckt.«

»Ja, das kann ich mir vorstellen, so wie du auch hier im Laden nichts entdeckst. Selbst wenn es direkt vor deiner Nase steht.«

»Dafür habe ich ja dich. Als Chef muss ich nicht alles selber machen. Dazu hat man Personal.«

Emma klappte den Mund auf und stemmte die Hände in die Hüften. Sie hasste es, wenn ich die Du-bist-meine-Angestellte-Karte spielte. Aber sie wollte ja, dass ich was Freches sage. Ich grinste.

Sie sog scharf die Luft ein und funkelte mich an. »Gut, du bist wieder normal.« Mit einer Kopfwendung deutete sie auf den Stapel Bücher zu ihren Füßen. »Dann kannst du mir ja gleich aufräumen helfen.«

Einen Augenblick war ich versucht, sie noch einmal auf meine Stellung als Besitzer des Buchladens hinzuweisen – und darauf, dass Aufräumen ganz sicher nicht in meinen Tätigkeitsbereich fiel. Aber ich wollte den Bogen nicht überspannen. Nein, ich würde sie morgen weiter ärgern.

***

Es war kurz vor drei Uhr morgens, als ich auf die Uhr schaute. Ich hatte schon wieder schlecht geträumt. Aber diesmal war es nicht die Szene mit Emma, die mich schweißgebadet hatte aufwachen lassen, sondern Selinas letzte Worte: ›Mich magst du besiegen – aber nicht ihn.‹ Wen oder was hatte sie damit gemeint? Seit Selinas Tod war mittlerweile eine Woche vergangen, und bis auf die üblichen kleineren Dämonen war nichts Ungewöhnliches passiert. Genau das gefiel mir gar nicht. Es war nur die Ruhe vor dem Sturm.

Ich gähnte und stand auf, um mir ein Glas Wasser zu holen. Schlaftrunken schlurfte ich in die Küche. Drei Uhr war eine beschissene Zeit um wach zu sein. Naja, dann würde ich eben ein bisschen später in den Buchladen kommen. Emma war ja da, und schließlich musste ich ihr einen Grund geben, mich anzunörgeln.

Mein T-Shirt war nass vom Schweiß, es klebte an meiner Brust. Ich wollte gerade ins Bad gehen, als ich einen dunklen Fleck auf dem Fußboden entdeckte. Ich bückte mich. Der Fleck war nass. Wasser? Es war eine richtige Pfütze, etwa doppelt so groß wie mein Fuß. Wo kam das denn her?

Ich schaute nach oben an die Decke. Nein, von oben war es nicht gekommen, da war alles trocken. Ich suchte weiter den Boden entlang und fand tatsächlich noch eine Pfütze. Und noch eine. Es war eine ganze Spur. Merkwürdig …

Ich folgte den Wasserlachen. Sie endeten neben meinem Bett. Etwas Nasses hatte neben meinem Bett gestanden, als ich schlief! Ich betrachtete die riesige Wasserlache auf dem Boden und dann die Abstände der Pfützen. Ein eiskalter Schauer lief mir den Rücken hinunter. Was auch immer mich im Schlaf beobachtet hatte, musste groß gewesen sein. Sehr groß sogar. Ich schluckte.

Die Spuren kamen aus dem Badezimmer. Fast augenblicklich beschleunigte sich mein Puls. Vielleicht war es noch da! Leise holte ich den Utgard-Dolch aus meiner Tasche und ging vorsichtig zur Tür. Sie war geschlossen. Ich atmete tief durch. Dann riss ich mit einem Ruck die Tür auf. Doch das Badezimmer war leer. Es war niemand da. Nur auf dem Fußboden glänzte es nass. Die Wasserlachen führten zum Fenster und auch das Fensterbrett war nass. Aber wie hatte das Wesen hier hereinkommen können? Das Fenster war geschlossen!

Ich öffnete es und schaute nach draußen. Die kühle Nachtluft ließ mich frösteln. Kein Wunder, ich trug immer noch das nasse T-Shirt. Außen am Gebäude und unten auf dem Gehweg konnte ich nichts erkennen. Keine Wasserspuren. Sie waren nur hier drinnen, bei mir.

Als ich das Fenster wieder zumachen wollte, hielt ich inne. Am Ufer des kleinen Baches, der in einiger Entfernung vorbei floss, hatte etwas aufgeblinkt. Zwei schwache Lichter, nein eher Reflexionen. Wie … Katzenaugen. Nur wäre das dann die größte Katze, die ich je gesehen hatte.

Unwillkürlich umfasste meine Hand den Griff des Dolches fester. Was zum Teufel lauerte da unten? Ich starrte noch eine Weile zum Ufer hinüber, aber es blieb alles dunkel. Was immer es gewesen war, es war fort. Ich schloss das Fenster und zog endlich das nasse T-Shirt aus. Moment mal, das war kein Schweiß … Ich machte das Licht an und betrachtete den nassen Fleck genauer. Ganz deutlich erkannte ich feine Sandpartikel und kleine Pflanzenreste. Es war Wasser. Wasser aus einem See … oder Bach.

Mit Schlafen war es jetzt erst mal vorbei. Ich hatte die Enzyklopädie meines Vaters mit nach Hause genommen, warum wusste ich selbst nicht – die Tier- und Pflanzenwelt der Dämonen und Schattenwesen war nicht unbedingt die beste Bettlektüre. Aber wenn ich das Buch schon mal da hatte und sowieso nicht mehr müde war, konnte ich ja mal nachschauen.

Ich schlug das unscheinbare braune Buch auf und strich mit der Hand über die Seiten. Die Buchstaben verblassten, und neue Schrift erschien, dazu Diagramme und Zeichnungen von verschiedensten Kreaturen. Hätte ich mir den Umschlag angesehen, hätte ich festgestellt, dass auch er sich verändert hatte. Dort stand jetzt in leuchtendroten Buchstaben: Flora und Fauna der Unter Welt. Und nur ein Deveraux konnte das Buch dazu bringen, sein Geheimnis preiszugeben – sehr zum Ärger einiger Dämonen. Und Emma. Na ja, zumindest Letzterer half ich gern, wenn sie darin lesen wollte.

Ich blätterte in den verschiedenen Einträgen und suchte nach einem Wesen, das mit Wasser zu tun hatte, fand jedoch nichts. Das heißt, ich fand viel zu viel. Es gab Dutzende von Dämonen, die ihre Kraft aus Wasser bezogen oder es manipulieren konnten, und ohne weiteren Anhaltspunkt würde ich wahrscheinlich tagelang nach der passenden Kreatur suchen. Es hatte keinen Sinn. So würde ich nicht herausfinden, was da neben meinem Bett gestanden hatte. Ein unangenehmer Gedanke. Du schläfst mehr oder weniger friedlich und hast keine Ahnung, dass ein Dämon dich beobachtet, lauert und jederzeit zuschlagen kann. Und dann die Größe. Das musste wirklich ein Riesenvieh gewesen sein. Ich schaute zum Badezimmer. Wie zum Teufel war es durch das geschlossene Fenster gekommen? Ich schlug das Buch zu und seufzte frustriert. Der Titel der Enzyklopädie lautete nun wieder Flora und Fauna der Neuen Welt.

Ich brauchte mehr Informationen. Emma. Sie würde bestimmt nur einen Blick in Vaters Buch werfen, mich dann vorwurfsvoll anschauen und sagen: »Jack Deveraux, wie konntest du das nur übersehen! Es steht doch direkt vor deiner Nase!« Ich musste grinsen. Sie hatte es wirklich nicht leicht mit mir. Dann stand ich auf, ging ins Wohnzimmer und pflanzte mich vor den Fernseher. Oh, das Baseballspiel wurde wiederholt. Gut, dann war ich wenigstens nicht umsonst wach.

***

»Zwei Stunden und siebenundfünfzig Minuten, Jack? Das ist neuer Rekord!« Emma stand mit verschränkten Armen vor mir und funkelte mich an.

»Ich habe schlecht geschlafen«, erklärte ich und gähnte. Mein Nacken tat immer noch weh. Das Baseballspiel war gelinde gesagt unspektakulär gewesen, und ich war auf der Couch eingeschlafen. In einer höchst unbequemen Haltung. Als ich um zehn wach geworden war, hatte ich mich erstmal eine halbe Stunde unter die Dusche stellen müssen, bevor ich mich wieder richtig bewegen konnte. Dann noch anziehen und frühstücken, das dauerte eben.

»Du hast nicht schlecht geschlafen, sondern zu lang!«, zischte Emma und verzog sich ins Büro.

Ich folgte ihr und sah, wie sie den Kaffee, den sie mir bestimmt schon vor zwei Stunden eingegossen hatte, in die Spüle kippte. Praktischerweise hatte die Kaffeemaschine gerade neuen gemacht.

»Ich hatte heute Nacht Besuch«, sagte ich, nachdem ich einen Schluck getrunken hatte.

Emma sah mich an und verzog das Gesicht. »Das will ich wirklich nicht wissen, Jack!«

»Was? Nein, doch nicht solchen Besuch. Ich meine einen Dämon.«

Sie sah mich mit zusammengekniffenen Augen an. »Du meinst jetzt wirklich einen Dämon und keine besonders wilde … Frau?«

Ich stellte die Tasse ab. »Natürlich einen richtigen Dämon!« Was glaubte sie denn? Dass ich fast drei Stunden zu spät kam, nur um ihr dann von meinen Bettgeschichten zu erzählen? Ich musste grinsen.

»Aha. Und was für ein Dämon soll das gewesen sein?«

»Keine Ahnung.«

Sie hob die Augenbrauen. »Und woher weißt du dann, dass es einer war?«

»Weil weder ein Mensch noch ein Tier durch ein geschlossenes Badezimmerfenster klettern kann und riesige nasse Spuren vor meinem Bett hinterlässt!«

Details

Seiten
48
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783958243248
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v309486
Schlagworte
eBooks Spannung Grusel Daemonen Daemonenjaeger alter Buch Familienerbe Flut Wasserdaemon

Autor

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Titel: Jack Deveraux, Der Dämonenjäger - Fünfter Roman:  Dunkle Flut